Italienisches Essen endet selten mit dem Hauptgang. Das Dessert, dolce genannt, ist fester Bestandteil jeder echten italienischen Mahlzeit. Auch wenn Tiramisu und Panna Cotta die bekanntesten Vertreter sind, hat die italienische Süßspeisenwelt deutlich mehr zu bieten.
Die Klassiker und ihre Geschichten
Tiramisu stammt vermutlich aus Treviso in den 1960er-Jahren. Mascarpone, Eier, Zucker, Espresso, Löffelbiskuit, Kakao. Mehr braucht es nicht. Wichtig: keine Sahne, das macht es schwer und unauthentisch.
Panna Cotta kommt aus dem Piemont. Sahne, Zucker, Vanille, Gelatine. Die Konsistenz soll zittern, nicht stehen. Wer sie zu fest macht, verliert die Eleganz.
Cannoli sind sizilianisch. Knusprige, frittierte Teigröllchen, gefüllt mit gesüßtem Ricotta. Original mit kandierten Früchten und Pistazien aus Bronte.
Gelato ist nicht einfach Eis. Es enthält weniger Luft, weniger Fett und mehr Geschmack als industrielles Speiseeis. Ein gutes Gelato erkennst du daran, dass es nicht aufgetürmt ist und in matten, gedeckten Farben daherkommt.
Wer eine größere Bandbreite an Süßspeisen sucht, findet eine breite Sammlung an Nachtisch-Rezepte auf Pastaweb, vom schnellen Familiendessert bis zur ambitionierten Mehrlagentorte.
Die Vergessenen
Neben den weltbekannten Stars gibt es regionale Schätze, die man unbedingt kennen sollte.
Cassata Siciliana ist eine üppige Torte aus Ricotta, kandierten Früchten und grünem Marzipan. Sie ist ein Showstück und stammt aus der arabisch-normannischen Tradition Siziliens.
Sfogliatella sind napoletanische Muschelgebäcke, hauchdünn geschichtet, gefüllt mit Ricotta und Grießcreme. Außen knusprig, innen cremig. Eine kleine Kunst.
Zabaione ist eine warme Sauce aus Eigelb, Zucker und Marsala. Hauchzart aufgeschlagen, oft über Beeren oder Biskuit serviert.
Bonet ist ein piemontesischer Pudding aus Kakao, Amaretti und Karamell. Erinnert an Crème caramel, aber mit Schokolade.
Saisonal essen wie die Italiener
In Italien spielen Jahreszeiten beim Dessert eine große Rolle. Im Sommer Granita aus zerstoßenem Eis mit Kaffee oder Mandelmilch. Im Herbst Castagnaccio aus Kastanienmehl, Pinienkernen und Rosinen. Zu Weihnachten Panettone und Pandoro, zu Ostern Colomba.
Diese saisonale Ausrichtung macht das Essen spannender. Wer immer dasselbe Dessert isst, verpasst die Hälfte. Wer regional und saisonal denkt, entdeckt ständig Neues.
Süß, aber nicht zu süß
Auffällig ist, wie wenig Zucker italienische Desserts verwenden. Im Vergleich zu deutschen oder amerikanischen Süßspeisen sind sie zurückhaltend. Ricotta, Mascarpone, frische Früchte und Espresso geben Geschmack, ohne dass Zucker dominiert.
Das ist auch der Grund, warum man nach einem italienischen Drei-Gänge-Menü noch ein Dessert essen kann, ohne sich überzuckert zu fühlen. Die Mengen sind klein, die Aromen klar, der Genuss steht im Mittelpunkt.
Einfach selber machen
Viele dieser Klassiker sind erstaunlich einfach. Tiramisu in 20 Minuten, Panna Cotta in 15 Minuten plus Kühlzeit, Zabaione direkt am Tisch aufgeschlagen. Italienische Desserts brauchen keine aufwendige Technik, sondern gute Zutaten und etwas Geduld. Wer das beherzigt, kann jedem Essen einen würdigen Abschluss geben.
