Wer heute eine Ausbildung im IT-Bereich beginnt, steht vor einer Entscheidung zwischen rund einem Dutzend anerkannter Ausbildungsberufe und einer wachsenden Zahl an berufsbegleitenden Spezialisierungen. Die Branche wächst, der Fachkräftemangel ist messbar: Laut Angaben des Statistischen Bundesamts fehlten zuletzt in Deutschland mehr als 130.000 IT-Fachkräfte, Tendenz steigend. Trotzdem bleibt die Orientierung schwierig, weil sich Berufsbezeichnungen, Aufgabenfelder und Karrierewege erheblich überschneiden.

Die vier klassischen IT-Ausbildungsberufe

Seit der Reform von 1997 gibt es in Deutschland vier staatlich anerkannte IT-Kernberufe, die 2020 noch einmal modernisiert wurden. Sie bilden bis heute das Fundament des dualen Ausbildungssystems in der Informationstechnologie.

  • Fachinformatiker Anwendungsentwicklung (FIAE): Programmierung, Softwarearchitektur, Testing. Typische Einstiegsprojekte reichen von Datenbankabfragen bis zu ersten Microservices.
  • Fachinformatiker Systemintegration (FISI): Netzwerke, Server, Betriebssysteme, Helpdesk. Viele FISI-Absolventen landen in mittelständischen IT-Abteilungen oder bei Systemhäusern.
  • Kaufmann/-frau für IT-System-Management: Schnittstelle zwischen Technik und Betriebswirtschaft, Angebotserstellung, Kundenbetreuung.
  • Kaufmann/-frau für Digitalisierungsmanagement: Seit 2020 eigenständiger Beruf, Fokus auf digitale Geschäftsprozesse und Projektkoordination.

Alle vier Berufe sind dreijährige duale Ausbildungen. Die Abschlussprüfung liegt bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Wer die gestreckte Abschlussprüfung ablegt, prüft am Ende des zweiten und dritten Ausbildungsjahrs.

Neuere Berufsbilder: IT-System-Elektroniker und Spezialisierungen

Neben den vier Kernberufen existiert der IT-System-Elektroniker, der stärker auf Hardware, Verkabelung und technische Infrastruktur ausgerichtet ist. Dieser Beruf ist weniger bekannt, aber in Rechenzentren und bei Telekommunikationsanbietern gefragt. Wer sich für Netzwerktechnik, Serverräume oder industrielle Steuerungssysteme interessiert, findet hier eine handwerklichere Variante des IT-Einstiegs.

Darüber hinaus gibt es seit einigen Jahren spezialisierte Berufsbilder, die teils über Fortbildungsregelungen oder außerbetriebliche Programme entstanden sind. Dazu gehören unter anderem Ausbildungen mit Schwerpunkt Cybersecurity, Cloud-Administration und Datenbankentwicklung, die aber in der Regel nicht als eigenständige duale Ausbildungsberufe existieren, sondern als Vertiefungsrichtungen innerhalb der FIAE- oder FISI-Ausbildung angeboten werden.

Was steckt hinter dem Begriff “DevOps-Spezialist”?

DevOps ist kein anerkannter Ausbildungsberuf im Sinne des Berufsbildungsgesetzes. Der Begriff beschreibt eine Arbeitsweise, die Softwareentwicklung und IT-Betrieb zusammenführt, und hat sich als Stellenbezeichnung in der Praxis etabliert. Wer sich für diesen Weg interessiert, startet typischerweise als FIAE oder FISI, sammelt zwei bis drei Jahre Berufserfahrung und spezialisiert sich dann über Zertifizierungen etwa bei AWS, HashiCorp oder der Linux Foundation.

Wer sich einen vollständigen IT-Berufe Ausbildung Überblick verschaffen möchte, findet dort strukturierte Informationen zu Einstiegsvoraussetzungen, typischen Betrieben und Gehaltsrahmen nach Ausbildungsabschluss. Das ist besonders hilfreich, wenn man noch zwischen FIAE und FISI schwankt oder nicht sicher ist, ob die kaufmännischen Berufe zur eigenen Stärke passen.

Gehalt, Aufstieg und Weiterbildung

Das Ausbildungsgehalt liegt 2025 je nach Bundesland und Betrieb zwischen 600 und 1.050 Euro im ersten Lehrjahr. Tarifgebundene Unternehmen zahlen nach dem TVA-IT des Bundesverbands IT-Mittelstand oder branchenspezifischen Haustarifverträgen. Nach dem Abschluss startet ein FIAE in der Regel mit einem Bruttojahresgehalt zwischen 32.000 und 42.000 Euro, abhängig von Region, Unternehmensgröße und Spezialisierung.

Der Aufstieg funktioniert über drei Hauptwege. Erstens über klassische Weiterbildungsprüfungen wie den Geprüften Informatikkaufmann oder den Technischen Fachwirt. Zweitens über ein anschließendes Studium, wobei viele Hochschulen Ausbildungsabsolventen verkürzte Studiengänge anbieten. Drittens über die bereits erwähnte Zertifizierungsschiene, die in der Cloud- und DevOps-Welt besonders schnell skaliert.

Wie Ausbildungsbetriebe und Schulen zusammenarbeiten

Das duale System teilt die Ausbildung zwischen Betrieb und Berufsschule auf. Berufsschulen orientieren sich an den Rahmenlehrplänen der Kultusministerkonferenz, die für jeden Beruf definieren, welche Lernfelder in welchem Schuljahr behandelt werden. Für FIAE sind das unter anderem Lernfelder wie “Softwareprojekte durchführen”, “Datenbanken entwickeln” und “IT-Sicherheit gewährleisten”. Die betriebliche Seite füllt diese Theorie mit konkreten Projekten.

Nicht alle Betriebe bieten alle Vertiefungsrichtungen an. Wer bei einem kleinen Systemhaus ausbildet, lernt möglicherweise breiter, aber weniger tief. Wer in einem Konzern ausbildet, arbeitet früh an größeren Systemen, hat aber oft eingeschränkten Einblick in den Gesamtbetrieb. Beide Varianten haben ihre Berechtigung.

Welcher IT-Beruf passt zu welchem Profil?

Eine einfache Faustregel: Wer lieber baut als verwaltet, wählt FIAE. Wer lieber Systeme betreibt und Nutzer unterstützt, wählt FISI. Wer beides mit kaufmännischem Denken verbinden will, wählt einen der beiden kaufmännischen Berufe. Der IT-System-Elektroniker eignet sich für alle, die hardware-nah arbeiten und kein Problem damit haben, auch mal im Serverraum Kabel zu verlegen.

Entscheidend ist letztlich weniger die formale Wahl des Berufs als die Qualität des Ausbildungsbetriebs und die Bereitschaft, nach dem Abschluss weiterzulernen. Wer beides mitbringt, findet im IT-Sektor auch 2025 sehr gute Startbedingungen.

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