Eine eigene Website ist heute für fast jeden ein Thema: Freiberufler, Veranstalter, kleine Unternehmen, Vereine. Die Frage, die dabei fast immer auftaucht, ist dieselbe: Selbst bauen oder jemanden beauftragen? Beide Wege funktionieren, aber nicht für jeden gleich gut. Wer die Entscheidung ohne klare Kriterien trifft, verliert entweder Geld oder Zeit, manchmal beides.

Was “selbst bauen” heute wirklich bedeutet

Der Begriff “selbst bauen” klingt nach Programmieren, ist es aber meistens nicht mehr. Plattformen wie WordPress.com, Squarespace, Jimdo oder Wix erlauben es, in wenigen Stunden eine funktionsfähige Website zusammenzuklicken. Man wählt ein Template, trägt Inhalte ein, lädt Fotos hoch und veröffentlicht. Technisches Vorwissen ist dafür nicht zwingend nötig.

Das klingt verlockend, und für bestimmte Fälle ist es das auch. Wer eine einfache Visitenkarten-Website braucht, also Name, Leistungen, Kontakt, der kann das an einem Wochenende erledigen. Jimdo und Squarespace kosten zwischen 10 und 25 Euro im Monat, WordPress-Hosting mit einem Starter-Theme ist ab etwa 5 Euro monatlich zu haben. Die Einstiegshürde ist niedrig.

Die Schwierigkeit liegt woanders: im Detail. Wer selbst baut, übernimmt auch Verantwortung für Ladezeiten, mobile Darstellung, rechtliche Pflichtseiten (Impressum, Datenschutz), Suchmaschinenoptimierung und regelmäßige Wartung. Das kostet Zeit, die viele unterschätzen. Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom gaben 2023 rund 38 Prozent der Selbstständigen an, ihre Website selbst zu betreiben, aber nur etwa die Hälfte davon war mit dem Ergebnis zufrieden.

Wann Selbermachen eine gute Wahl ist

Es gibt klare Szenarien, in denen der DIY-Weg funktioniert:

  • Kleines Budget: Wer unter 500 Euro für den Start einplant, kommt mit einem Baukastensystem deutlich weiter als mit einem Profi-Auftrag.
  • Einfache Anforderungen: Eine statische Seite mit drei bis fünf Unterseiten, ohne Shop, ohne Buchungssystem, ohne mehrsprachigen Content.
  • Schneller Bedarf: Für ein einzelnes Event oder eine temporäre Aktion reicht oft eine fertige Landingpage-Vorlage.
  • Technisches Interesse: Wer sich ohnehin gerne mit digitalen Werkzeugen beschäftigt, kann beim Selberbauen viel lernen und die Seite später flexibel anpassen.

Der wichtigste Faktor ist realistisch eingeschätzte Zeit. Eine durchschnittliche Website, die ordentlich aussieht und technisch sauber ist, braucht beim Selberbauen erfahrungsgemäß 20 bis 40 Stunden. Das ist kein Nachmittagsprojekt.

Was professionelle Dienstleister liefern

Wer eine Website erstellen lässt, kauft im Wesentlichen drei Dinge: Erfahrung, Zeit und Qualität. Ein guter Webdesigner oder eine Agentur kennt häufige Fehler, vermeidet sie von Anfang an und liefert ein Ergebnis, das auch technisch sauber ist. Ladezeiten unter zwei Sekunden, saubere Mobildarstellung auf allen gängigen Geräten, korrekte Metadaten für Suchmaschinen: Das sind Standards, die beim DIY-Ansatz oft erst nach langen Korrekturrunden erreicht werden.

Wer sich über Angebote und Preisrahmen informieren möchte, findet bei Anbietern wie Website erstellen lassen eine gute Orientierung, was professionelle Umsetzung heute kostet und welche Leistungen dabei typischerweise enthalten sind.

Die Preisrange für professionelle Websites ist breit. Eine einfache Unternehmensseite mit fünf Seiten, einem Kontaktformular und SEO-Grundoptimierung kostet bei Freelancern zwischen 800 und 2.500 Euro. Agenturen beginnen selten unter 3.000 Euro, können aber auch deutlich komplexere Projekte mit Shop-Integration, Buchungssystemen oder mehrsprachigem Content stemmen. Für Veranstaltungswebsites mit Ticketanbindung und dynamischen Inhalten sind 5.000 bis 15.000 Euro kein ungewöhnlicher Rahmen.

Die versteckten Kosten beider Wege

Eine ehrliche Kalkulation schaut nicht nur auf die Anfangsinvestition. Beide Wege haben laufende Kosten, die schnell unterschätzt werden.

Kostenpunkt Selbst bauen Machen lassen
Einrichtung / Bau 0 bis 300 Euro 800 bis 15.000 Euro
Hosting / Jahr 60 bis 300 Euro oft inklusive oder 100 bis 500 Euro
Eigene Arbeitszeit hoch, laufend gering
Wartung / Updates selbst oder 10 bis 50 Euro/Monat oft als Paket buchbar
Nachbesserungen zeitintensiv meist im Angebot enthalten

Besonders der Zeitfaktor beim Selberbauen wird in Kostenvergleichen oft weggelassen. Wer als Selbstständiger einen Stundensatz von 60 Euro ansetzt und 30 Stunden in die eigene Website steckt, hat rechnerisch 1.800 Euro investiert, ohne einen Cent ausgegeben zu haben. Das relativiert den vermeintlichen Kostenvorteil erheblich.

Typische Fehler bei beiden Ansätzen

Beim Selberbauen passieren bestimmte Fehler regelmäßig. Dazu gehören zu viele installierte Plugins, die die Ladezeit nach oben treiben, fehlende Weiterleitungen nach Strukturänderungen, falsch eingebundene Schriften oder ein Impressum, das nicht den aktuellen rechtlichen Anforderungen entspricht. Letzteres kann teuer werden: Abmahnungen wegen fehlendem oder falschem Impressum kosten schnell 300 bis 1.000 Euro.

Beim Beauftragen lauern andere Fallen. Wer kein klares Briefing liefert, bekommt ein Ergebnis, das technisch einwandfrei, aber am eigentlichen Bedarf vorbeigeplant ist. Viele Auftraggeber vergessen außerdem, Zugangsdaten und Dateirechte vertraglich zu sichern. Wechselt der Anbieter oder gibt es Streit, hat man im schlechtesten Fall keine Kontrolle über die eigene Website.

Hybridlösung: Das Beste aus beiden Welten

Viele Projekte landen am Ende bei einem Mittelweg: Ein Profi baut das Grundgerüst, der Auftraggeber pflegt Inhalte selbst. Das ist bei WordPress-Seiten besonders gut umsetzbar. Der Designer richtet Theme, Plugins und technische Grundlagen ein, übergibt dann ein System, das der Kunde ohne Programmierkenntnisse bedienen kann. Neue Beiträge schreiben, Fotos austauschen, Veranstaltungstermine aktualisieren: Das funktioniert damit ohne Agentur-Rückfragen.

Diese Variante kostet einmalig mehr als ein reines DIY-Projekt, spart aber langfristig Zeit und vermeidet technische Schulden. Für Veranstalter, die ihre Website regelmäßig mit neuen Terminen, Rückblicken oder Ankündigungen befüllen wollen, ist das oft die sinnvollste Lösung.

Fazit: Die Entscheidung hängt an konkreten Faktoren

Es gibt keine universell richtige Antwort auf die Frage, ob man eine Website selbst baut oder bauen lässt. Was zählt, sind Budget, Zeitkapazität, technische Affinität und die konkreten Anforderungen an die Seite. Wer ehrlich mit sich ist und diese vier Punkte realistisch bewertet, trifft die Entscheidung meistens richtig.

Wer unter 1.000 Euro Budget hat und einfache Anforderungen, baut selbst. Wer professionelles Auftreten, komplexe Funktionen oder schlicht keine Zeit braucht, beauftragt jemanden. Und wer das Beste aus beiden Varianten will, sucht sich einen Profi für den Aufbau und übernimmt danach selbst die Pflege.

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