Wer für das nächste Firmenevent nach einer Alternative zu Kochkursen und Escape Rooms sucht, landet früher oder später beim Bogenschießen. Das klingt zunächst ungewöhnlich, hat sich in der Praxis aber als belastbares Format etabliert. Bogenschießen kombiniert körperliche Aktivität, mentale Konzentration und eine klare Aufgabenstellung, ohne dass Teilnehmer sportlich vorgebildet sein müssen. Das macht es für heterogene Teams mit 10 bis 60 Personen gut geeignet.

Warum Bogenschießen für Unternehmen funktioniert

Der entscheidende Vorteil ist die Lernkurve. Wer noch nie einen Bogen in der Hand hatte, erzielt nach 20 Minuten Einweisung erste Treffer. Dieses schnelle Erfolgserlebnis senkt die Hemmschwelle und sorgt dafür, dass auch sportlich weniger aktive Kolleginnen und Kollegen dabei bleiben. Gleichzeitig verzeiht der Sport keine Ablenkung: Wer beim Abschuss an etwas anderes denkt, verfehlt die Scheibe. Das schafft im besten Sinne erzwungene Präsenz.

Aus teamdynamischer Sicht ist interessant, dass Bogenschießen sowohl als Einzeldisziplin als auch in Staffeln oder Teamwettbewerben funktioniert. Gruppen können gegeneinander antreten, sich gegenseitig coachen oder gemeinsam ein Punkteziel erreichen. Das Format lässt sich also an unterschiedliche Ziele anpassen, ob Wettbewerb, gegenseitige Unterstützung oder reines Ausprobieren.

Planung: Was vor dem Event geklärt sein muss

Zwei bis drei Monate Vorlauf sind realistisch, wenn man einen professionellen Veranstalter buchen und den Termin intern abstimmen will. Folgende Punkte sollten früh festgelegt werden:

  • Teilnehmerzahl und Zusammensetzung: Altersrange, körperliche Einschränkungen, Erfahrungslevel.
  • Venue: Outdoor-Gelände oder Sporthalle. Outdoor-Setups brauchen eine Wetterfallback-Option.
  • Dauer: Ein typisches Firmen-Event mit Einweisung, Übungsphase und Turnier dauert zwischen drei und fünf Stunden.
  • Catering: Pausen und Verpflegung sollten in den Ablauf integriert sein, nicht nachträglich angehängt.
  • Material: Recurvebögen mit 18 bis 25 Pfund Zuggewicht sind für Einsteiger geeignet. Compound-Bögen sind für Anfänger ungeeignet.

Ein professioneller Anbieter stellt Bögen, Pfeile, Scheiben und Schutzausrüstung. Kosten liegen je nach Region und Gruppengröße zwischen 35 und 80 Euro pro Person. Bei kleineren Gruppen unter 15 Personen kann ein Mindesthonorar anfallen, das oft zwischen 500 und 700 Euro liegt.

Sicherheit: Kein Punkt für Improvisation

Bogenschießen ist ein regulierter Sport mit klaren Sicherheitsregeln. Wer ein Firmenevent ohne zertifizierten Trainer durchführt, handelt grob fahrlässig. In Deutschland und Österreich gibt es verbandlich anerkannte Trainer mit Lizenz. Diese sollten beim Buchungsgespräch nachgewiesen werden.

Für das Veranstaltungsgelände gelten folgende Mindestanforderungen: Der Bereich hinter den Scheiben muss auf mindestens 10 Meter gesichert sein. Seitwärts sind je nach Bogentyp und Entfernung 5 bis 8 Meter Sicherheitsabstand erforderlich. Zuschauer stehen grundsätzlich hinter der Schusslinie. Pfeilrückholroutinen, also wann und wie Pfeile eingesammelt werden dürfen, werden vorab mit der gesamten Gruppe eingeübt.

Auf europäischer Ebene sind die Regelwerke und Sicherheitsempfehlungen der nationalen Verbände gut dokumentiert. Wer sich vorab über Standards informieren will, findet bei Archery Austria News aktuelle Beiträge zu Verbandsregeln, Trainerzertifizierungen und Sportentwicklung im deutschsprachigen Raum.

Für die veranstaltende Firma empfiehlt sich außerdem eine Veranstalterhaftpflicht, die explizit Sportveranstaltungen abdeckt. Viele bestehende Firmenversicherungen schließen aktive Sportveranstaltungen aus. Das sollte vorab beim Versicherungsanbieter geprüft werden.

Ablauf eines typischen Firmen-Bogenevents

Ein strukturiertes Programm schützt vor dem häufigsten Problem: Warteschlangen und Leerlauf. Bei 30 Teilnehmern empfiehlt sich folgendes Grundgerüst:

Phase Dauer Inhalt
Begrüßung und Sicherheitseinweisung 20 Min. Regeln, Ausrüstung erklären, Fragen klären
Grundlagentechnik 30 Min. Stand, Halt, Anker, Abschuss
Freie Übungsrunden 45 Min. Kleingruppen an 4 bis 6 Scheiben
Pause mit Catering 20 Min. Verpflegung, informeller Austausch
Teamwettbewerb 60 Min. Teams à 5 bis 6 Personen, Punktsystem
Siegerehrung und Ausklang 20 Min. Auswertung, Feedback, Fotos

Bei mehr als 40 Teilnehmern sollten mindestens zwei Trainer anwesend sein. Die Schussdistanz für Einsteiger liegt bei 10 bis 15 Metern. Größere Entfernungen wirken zwar beeindruckender, frustrieren aber unerfahrene Teilnehmer nach kurzer Zeit.

Teamformat: Wettbewerb oder Kooperation

Die häufig gestellte Frage ist, ob ein Gegeneinander im Firmenkontext sinnvoll ist. Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt auf die Unternehmenskultur an. In Vertriebsteams, die ohnehin wettbewerbsorientiert arbeiten, erzeugt ein klares Ranking Energie und Spaß. In Abteilungen mit Konfliktpotenzial oder stark unterschiedlichen Hierarchieebenen empfehlen sich kooperative Formate, bei denen Teams ein gemeinsames Punkteziel anpeilen statt gegeneinander zu schießen.

Eine bewährte Variante ist das gemischte Format: In der Übungsphase wird kooperiert, im Abschlussturnier gibt es eine freundschaftliche Entscheidung. Das nimmt den Druck aus dem Wettkampf, ohne ihn ganz aufzulösen.

Tipps für die interne Kommunikation im Vorfeld

Einladungen sollten klar kommunizieren, dass keine sportliche Vorkenntnisse nötig sind. Kleidungshinweise gehören dazu: geschlossene Schuhe, keine weite Kleidung am Arm, kein Schmuck an der Bogenhand. Teilnehmer mit Schulter- oder Armverletzungen sollten vorab mit dem Trainer sprechen. In den meisten Fällen gibt es angepasste Möglichkeiten, auch für diese Personen eine sinnvolle Rolle im Event zu gestalten.

Fazit: Bogenschießen als Firmen-Event lohnt sich

Bogenschießen ist kein Nischenformat mehr. Es erfüllt die wichtigsten Anforderungen an ein gutes Firmenevent: niedrige Einstiegshürde, klare Erfolgserlebnisse, Möglichkeit zur teaminternen Interaktion und eine physische Komponente, die vom Bildschirm wegführt. Der Planungsaufwand ist überschaubar, wenn man mit einem erfahrenen Anbieter zusammenarbeitet. Entscheidend ist, dass Sicherheit nicht als Formalität behandelt wird, sondern als fester Bestandteil des Programms. Wer das beherzigt, bekommt ein Event, über das noch Monate später gesprochen wird.

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