Wer ein Firmenevent auf einer Außenfläche plant, steht früher oder später vor der Frage: Woher kommt der Strom? Ein Dieselaggregat ist die klassische Antwort, aber nicht mehr die einzige. Mobile Photovoltaik-Systeme, kombiniert mit Batteriespeichern, liefern heute zuverlässig genug Energie für Bühnenbeleuchtung, Beschallungsanlagen, Catering-Equipment und Ladestationen, ohne Lärm, ohne Abgase und ohne laufende Kraftstoffkosten. Gerade für Unternehmen, die Nachhaltigkeitsziele kommunizieren wollen, ist das mehr als ein technisches Detail.

Was mobile PV-Systeme tatsächlich leisten können

Der Leistungsbedarf eines mittelgroßen Firmenevents mit 200 bis 500 Personen liegt je nach Ausstattung zwischen 15 und 60 Kilowatt. Eine mobile Solaranlage mit 40 bis 80 Modulen à 400 Watt Peak deckt bei guter Sonneneinstrahlung (4 bis 5 Sonnenstunden pro Tag in Deutschland im Sommer) zwischen 60 und 100 Kilowattstunden täglich. Für einen eintägigen Event reicht das in vielen Konstellationen vollständig aus, sofern ein Batteriespeicher mit ausreichender Kapazität die Lastspitzen auffängt.

Kritisch wird es bei bedecktem Himmel oder mehrtägigen Veranstaltungen. Hier kommen Hybridlösungen ins Spiel: Ein kleineres Dieselaggregat übernimmt als Backup nur dann, wenn der Speicher unter 20 Prozent Ladezustand fällt. Der Kraftstoffverbrauch sinkt im Vergleich zum reinen Aggregatbetrieb laut Erfahrungswerten von Veranstaltungstechnikern um 60 bis 80 Prozent. Das ist sowohl ökonomisch als auch organisatorisch relevant, weil Lärmschutzauflagen an vielen Locations die Aggregatlaufzeit ohnehin begrenzen.

Technik im Überblick: Was zum System gehört

Ein autarkes Veranstaltungssystem besteht aus mehreren Komponenten, die aufeinander abgestimmt sein müssen:

  • Solarmodule: Monokristalline Module mit 400 bis 500 Wp sind derzeit Standard. Für den mobilen Einsatz eignen sich faltbare oder gerahmte Module auf Bodenstative oder Anhänger-Trailers.
  • Wechselrichter: Dreiphasige Wechselrichter ab 10 kW sind für Eventanwendungen üblich; sie wandeln den Gleichstrom der Module in nutzbares 230/400-V-Wechselstrom um.
  • Batteriespeicher: Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LFP) gelten als sicherste Variante für den Outdoor-Einsatz. Kapazitäten zwischen 50 und 200 kWh sind im Mietmarkt verfügbar.
  • Energiemanagementsystem: Steuert Erzeugung, Speicherung und Verbrauch in Echtzeit und zeigt den aktuellen Status transparent an.
  • Verkabelung und Verteiler: Wetterfeste CEE-Verteiler und ausreichend dimensionierte Zuleitungen sind Pflicht; ein Elektriker mit entsprechender Qualifikation muss die Anlage abnehmen.

Planung: Bedarfsermittlung vor der Technikauswahl

Ohne eine belastbare Lastberechnung kauft oder mietet man entweder zu wenig oder zu viel. Wer den Strombedarf seines Events ermitteln will, sollte alle Verbraucher mit Leistung und voraussichtlicher Betriebsdauer auflisten: PA-Anlage (typisch 2 bis 10 kW), Lichtanlage (5 bis 30 kW), Catering (Kaffeemaschinen, Kühlgeräte, Induktionsplatten zusammen oft 8 bis 20 kW), IT (Beamer, Notebooks, Ladestationen, 2 bis 5 kW) und Sicherheitsbeleuchtung. Aus der Summe ergibt sich die benötigte Gleichzeitigkeitsleistung, die nicht mit dem Tagesenergiebedarf verwechselt werden sollte.

Für die Hintergrundrecherche zu Anlagentechnik und wirtschaftlichen Kennzahlen lohnt sich ein Blick in einen fundierten Solaranlagen Ratgeber, der technische Zusammenhänge verständlich aufbereitet, ohne Produktempfehlungen in den Vordergrund zu stellen. Solche Quellen helfen dabei, im Gespräch mit Anbietern gezielt nachzufragen statt Angeboten unkritisch zu vertrauen.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Temporäre Stromerzeugungsanlagen auf Veranstaltungen fallen unter die allgemeinen Vorschriften der Unfallverhütungsvorschriften für elektrische Anlagen (DGUV Vorschrift 3, ehemals BGV A3). Das bedeutet: Alle elektrischen Betriebsmittel müssen vor der Inbetriebnahme geprüft sein, und der Betreiber trägt die Verantwortung für den sicheren Zustand der Anlage während des Events. Wer eine mobile PV-Anlage mietet, sollte im Mietvertrag explizit klären, wer die Erstprüfung durchführt und wer bei Störungen vor Ort erreichbar ist.

Für größere Events mit eigenem Stromeinspeisepunkt kann zusätzlich eine Abstimmung mit dem örtlichen Netzbetreiber erforderlich sein, auch wenn keine Einspeisung ins öffentliche Netz stattfindet. Das Umweltbundesamt stellt zudem Informationen zu Emissionsbilanzen bereit, die für die Nachhaltigkeitsdokumentation von Firmenevents genutzt werden können.

Kosten und Wirtschaftlichkeit: Was realistische Zahlen zeigen

Die Mietkosten für ein vollständiges mobiles PV-System mit 30 kWp Modulleistung und 100 kWh Speicher liegen je nach Anbieter und Region bei 800 bis 2.000 Euro pro Tag, inklusive Lieferung und Aufbau. Ein vergleichbares Dieselaggregat kostet in der Miete zwar weniger (oft 300 bis 600 Euro täglich), verbraucht aber bei Vollast 8 bis 15 Liter Diesel pro Stunde. Bei einem Kraftstoffpreis von 1,50 Euro pro Liter und einem 8-Stunden-Event entstehen allein Betriebskosten von 96 bis 180 Euro, die schnell den scheinbaren Preisvorteil aufheben.

Kriterium Dieselaggregat Mobile PV mit Speicher
Mietkosten/Tag 300 bis 600 Euro 800 bis 2.000 Euro
Betriebskosten/Tag 96 bis 180 Euro (Kraftstoff) gering (Wartung)
Lärmemission hoch (65 bis 85 dB) keine
CO2-Ausstoß ca. 2,6 kg/Liter Diesel nahezu null
Abhängigkeit von Wetter keine teilweise (Hybridlösung empfohlen)

Praxisbeispiel: Outdoor-Konferenz mit 350 Teilnehmern

Ein mittelständisches Unternehmen veranstaltete im Sommer 2023 eine zweitägige Strategiekonferenz auf einem Gutshof ohne Netzanschluss. Eingesetzt wurden zwei mobile Solar-Trailer mit je 20 kWp sowie ein LFP-Speicher mit 150 kWh. Der Gesamtverbrauch lag bei rund 220 kWh über beide Tage. Dank guter Sonneneinstrahlung (durchschnittlich 5,2 Stunden pro Tag) wurden 190 kWh solar erzeugt; die restlichen 30 kWh übernahm ein Backup-Aggregat, das insgesamt nur 3 Stunden lief. Ergebnis: 85 Prozent Deckungsgrad durch Solarenergie, messbar niedrigere Gesamtbetriebskosten als im Vorjahr mit reinem Aggregatbetrieb und eine deutlich ruhigere Atmosphäre auf dem Gelände.

Das zeigt: Vollständige Autarkie ist nicht immer realistisch, aber ein Deckungsgrad von 70 bis 90 Prozent ist mit sorgfältiger Planung gut erreichbar. Entscheidend ist, den Energiebedarf ehrlich zu kalkulieren, die Speicherkapazität nicht zu knapp zu wählen und eine Backup-Option einzuplanen. Wer das beherzigt, kann Firmenevents betreiben, die nach außen überzeugen und intern die Betriebskosten im Rahmen halten.

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